Eine neue ‘Sucht’ wird erforscht: Psychologen der Universitäten Stanford in Kalifornien und Duquesne in Pennsylvania haben das Surfverhalten von amerikanischen Pornographieseiten-Usern untersucht. Ihr Ergebnis: Etwa 1 Prozent der an dieser Studie teilnehmenden knapp 10 000 Pornoseiten-User wurde als süchtig eingestuft. Die Psychologen rechneten daraus hoch, dass bei rund 20 Millionen Menschen in den USA, die regelmässig Cybersex-Seiten aufsuchen, 200 000 süchtig danach sind.
Das Ergebnis dieser Studie wurde in der März-Nummer der psychologischen Zeitschrift “Sexual Addiction and Compulsivity” veröffentlicht. Die Wissenschafter definierten jene User als süchtig, die mehr als 11 Stundenwöchentlich mit Surfen auf Pornographieseiten bzw. in entsprechenden Chatrooms verbringen und zusätzlich bei einer Fragebogenuntersuchung Probleme in persönlichen Beziehungen und mit ihrer Einstellung zur Sexualität angaben. Das betraf schließlich 96 unter 9265 Amerikanern, die an dieser Untersuchung teilnahmen, also etwa 1 Prozent.
Weitere Ergebnisse der Studie: 7 von 10 Cybersex-Seiten Usern halten ihr Verhalten vor anderen geheim. Jeder fünfte Mann und jede achte Frau benutzt den Arbeitsplatz-Computer und 70 Prozent des “traffic” auf Porno-Seiten findet zwischen 9 und 17 Uhr statt.
Das Ergebnis dieser Untersuchung wird von anderen Wissenschaftern aufgrund der Art und Weise wie die Untersuchungsteilnehmer ausgewählt wurden in Frage gestellt. Der Fragebogen mit 59 Fragen zum Surfverhalten, persönlichen Beziehungen und zur Sexualität war auf der Nachrichten-Webseite MSNBC zu finden. Jeder, der wollte und angab Sexseiten im Internet aufzusuchen, konnte den Fragebogen ausfüllen. Durch diese Selbst-Auswahl sei es nicht möglich zu sagen, ob die Gruppe der Untersuchungsteilnehmer repraesentativ sei, sagte ein Psychologe der School of Professional Psychology in San Diego.


