Zeit für elterliche Aktion – was tun?

Written on Samstag, Juni 21st, 2003 at 17:52 by christiane

Jüngeren Kindern hilft es oft, wenn man ihnen eine Geschichte über ihr Verhalten in der dritten Person erzählt und sie um Rat fragt. In etwa so: “Ich habe von einem in einer 2. Klasse gehört, das jeden Tag traurig von der Schule heimkommt und dann mit seinem streitet. Es kann seiner Mama nicht sagen was los ist. Welchen Rat würdest du der Mama von diesem Mädchen geben?”

Wichtig ist bei Kindern jeden Alters, ihnen immer das Gefühl von Unterstützung zu geben, wenn man sie auf ihr Verhalten direkt anspricht. Beispiel: “Ich habe das Gefühl, daß es dir im Moment nicht gut geht. Gibt es irgendetwas, was ich für dich tun kann, damit du dich besser fühlst?” Oder auch, mehr auf Konfrontation gehend bei älteren Kindern: “Du bist sonst so ein toller (gescheiter, lieber, netter) Junge/Mädchen, aber im Moment ist dein Verhalten unerträglich. Was ist los?”. Einige werden vielleicht darauf einsteigen, froh, daß die den ersten Schritt getan haben und nun bereit sind, zuzuhören. Sie müssen aber auch damit rechnen, daß ihr Kind sie einfach rausschickt “laß mich allein”. Dann sollten sie insistieren: “O.k., du willst jetzt nicht reden. Ich kann warten. Aber ich findes es nicht fair, die ganze Familie mit deinem Verhalten zu belasten und dann auf Privatsphäre zu pochen. Ich möchte Dir helfen.”

Natürlich führen diese nicht immer automatisch zum Ziel. Wie leicht es ihrem Kind fällt, mit ihnen über seine Probleme zu sprechen, hängt auch vom bisherigen Familien – ab. Zuhören und miteinander reden, Erlebnisse austauschen – das sollte jeden Tag passieren, nicht erst dann, wenn es Probleme gibt.

Können sie selbst nicht aus ihrem Kind herausbekommen, was es bedrückt, spannen sie andere Leute ein: Vielleicht können ihnen Großeltern oder andere Verwandte oder die Mutter des besten Freundes helfen. ( Wichtig, hier nicht das Vertrauen zu mißbrauchen. D.h. wenn das Kind z. B. den Großeltern etwas erzählt, dann sollten sich diese auch das Einverständnis des Kindes holen, daß sie das Erzählte an die Eltern weitergeben dürfen. Die Großeltern müßten also dem Kind sagen, daß sich die Eltern große Sorgen machen, daß sie helfen wollen aber nicht wissen wie…. Das Kind muß unbedingt zustimmen, daß die Großeltern die Eltern informieren!!)

Halten sie von Beginn des Schuljahres an Kontakt zu den Lehrern und fragen sie immer wieder nach, wie es ihrem Kind in der Schule geht – nicht nur leistungsmäßig, auch wie es sich mit anderen Kindern versteht etc. Bedenken sie, daß sich meist nicht gleich am Anfang eines Schuljahres bei ihnen melden. Bis eine offizielle Schulmitteilung über ein Problem kommt, kann sich dieses Problem schon zur Krise ausgeweitet haben.

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