Von – Alex

Written on Freitag, Mai 21st, 2004 at 06:16

@Uschi
Ja, das Gefühl kenne ich gut! Ist wohl eine ganze Weile her, als ich noch arbeiten gegangen bin. Man fühlt sich körperlich fertig, aber man weiß, was man gemacht hat.
Wie war das noch bei „Bruce allmächtig“? Die Glücklichsten Menschen sind meist die, die hart arbeiten. Ich kann mir bei Dir auch gut vorstellen, daß Du einen anstrengenden hast als Krankenschwester, allein schon wegen den merkwürdigen Arbeitszeiten.
Einen ähnlichen Genuss hatte ich, als ich für ältere Menschen Essen ausgefahren habe, denn die haben sich auch immer gefreut, wenn ich da war. Aber das wollte ich gleich mal alles im Zusammenhang schreiben.

@Mango
Hast schon recht, ein solches Jubiläum sollte angemessen gefeiert erden, obwohl ich ja noch nicht so lange dabei bin.
Arbeitslos bin ich so gesehen nicht, ich verdiene bekomme nur ca. 100 Euro weniger als in der Industrie, aber die Zeitarbeitsfirma hat im Moment keine Aufträge für mich, und das seit Februar. Aber von vorn

@jeden_ders_lesen_will
Es ist so, daß ich vom Sommer 1998 bis Anfang 2002 meine Ausbildung als Industrieelektroniker (Fachrichtung Gerätetechnik) gemacht habe. Obwohl sich mein Zwillingsbruder September 2000 in einer Klinik das Leben genommen hat, und September 2001, kurz vor meiner Ausbildung meine Beziehung zu zerbrechen begann, konnte ich Januar 2002 meine Ausbildung als viertbester in meinem Lehrjahr (ausschließlich der Vorzieher) mit einem glatten Schnitt von 2,0 in der Berufschule und ca 85% in der Prüfung abschließen.
Nach abgeschlossener Prüfung hat mich die Firma unbefristet übernommen, und ich habe eine ganze Weile dort gearbeitet. Die Beziehung zu meiner damaligen Freundin lief immer schlechter, weil ich es ihr einfach nicht mehr recht machen konnte, außerdem hat sich ein Ausbildungskumpel bei mir eingeschlichen, mit dem sie bereits zwei Monate vor unserer Verlobung im Juni 2002 fremdgegangen ist, wie ich später erfahren sollte. Das habe ich nicht gemerkt.
Ich habe nur gemerkt, daß sie immer mehr an mir auszusetzen hatte, obwohl ich mittlerweile neben einem 11stündigen Arbeitstag und Fitnessstudio fast den gesamten Haushalt geschmissen habe, obwohl sie nur halbtags gearbeitet hat. Aber alles, was ich gemacht habe, war zu wenig, zu viel, zu schlecht, oder in der flaschen Reihenfolge. Wen ich etwas von mir aus gemacht habe, war sie sauer, weil ich sie nicht gefragt habe, habe ich gefragt, war sie von meiner „ewigen Fragerei“ genervt. Dann kann ich auch gerne zwei super Beispiel zu geben, wenn ihr wollt.
Zwei Monate nach unserer Verlobung , also im Juli 2002 hat sie Schluß gemacht, mit der Aussage, daß sie die Verlobung gar nicht meinetwegen eingegangen wäre, sondern, wegen den Familien, weil sie die Verlobung schon angekündigt hatte. (Meiner Meinung nach ging es ihr nur darum, eine möglichst große Show abzuziehen).
Wegen einer vorteilhaften Gütertrennung für beide Seiten blieb sie bis Juni 2003 bei mir wohnen – offiziell wohl nur, denn mehr als einmal die Woche habe ich sie kaum zu Gesicht bekommen. Sonst war sie nämlich bei meinem Arbeitskollegen, bei dem ich zu allem Überfluß noch ab Juli 2003 gegenüber sitzen sollte.
Weil ich die ganze Geschichte wohl bis dahin nicht ganz verdaut hatte, kam für mich im Juli die offensichtiliche „Erlösung“: Die Firma rief einige Mitarbeiter (geplant waren an die 100) ins Büro des Betriebsleiters und „bot“ ihnen Aufhebungsverträge an, wegen der vermeintlich schlechten Auftragslage. Eigentlich wollte ich nicht unterschreiben, aber die Vorstellung, dem Menschen gegenüber zu sitzen, der jetzt mit meiner Ex zusammen ist, der sich in meine Leben eingeschlichen hat und mir sonst noch einiges mehr genommen hat, dem ich mein Vertrauen geschenkt hatte, obwohl es alle anderen nicht taten, trieb mir den Mageninhalt nach oben. Nach zweiwöchigen Überlegen unterschrieb ich den Aufhebungsvertrag, mit dem Gedanken, wenigstens eine hohe Ablöse ausgefeilscht zu haben und endlich Frieden zu finden.
Dazu kam noch die Aussage vom Betriebsleiter, daß die Leute, die Sommer 2003 nicht unterschreiben würden, wahrscheinlich Januar 2004 ohne oder mit gernigerer Abfindung wohl betriebsbedingt gekündigt werden müssten, was wohl laut Erzählung eines Ebenfalls Betroffenen Kollen wohl auch eingetreten ist. Andere Quellen behaupten, im Januar 2004 hätte es keine betriebsbedingten Entlassungen gegeben. Mit dem Gedanken, endlich ein neues Leben anfangen zu können, sowohl geistig als auch beruflich, denn der Schlechteste war ich ja nicht, erhoffte ich mir eine baldige Aufnahme in einer anderen Firma.
Die Illusion wurde mir nach einigen Monaten und zahlreichen zurückgesendeten Bewerbungen genommen. In dieser hatte ich bereits einen kleinen Job im Altenheim, der mir einen kleinen Nebenverdienst zum Arbeitslosengeld gebracht hat, nämlich das Essen Ausfahren. Die Institution, die bis Dezember 2003 vom Arbeitsamt aus beauftragt wurde, mich zu vermitteln, konnte dies leider nicht. Neue Bewerbungen – neue Absagen. „Nein danke, wir haben schon einen“.
Ab Januar 2004 war wieder das Arbeitsamt für mich zuständig, das es auch schaffte, mich zu vermitteln, nämlich an die Zeitarbeitsfirma, dessen Vertreter mir aber schon vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrages sagte, daß sie regulär für mich keine Arbeit hätten. So gesehen hat die Zeitarbeitsfirma mich vom Arbeitsamt aufs Auge gedrückt bekommen.
Ich bot der Zeitarbeitsfirma an, den Vertrag mit einem Arbeitsantritt von einen Monat später zu unterschreiben, denn im Altenheim brauchte man meine , außerdem wäre es aus kündigungsrechtlichen Gründen sauberer gewesen. Mir wurde aber sofort gesagt, daß ich den Arbeitsvertrag zu unterschreiben hätte, weil es sonst vom Arbeitsamt gegeben hätte, nämlich ein dreimonatiges Aussetzen des Arbeitslosengeldes, was ich mir natürlich nicht erlauben wollte, denn so wollte ich meine Abfindung nicht dezimieren.
Quintessenz: Ich bin seit Ende Januar in der Zeitarbeitsfirma, habe bis jetzt eine Qualifizierungsmaßnahme â 8 Tage erhalten und durfte drei Tage Arbeit auf dem Bau arbeiten! Arbeitszeitdefizit: Über 300 Stunden! Und der Arbeitsvertrag läuft November aus, dann bin ich wieder arbeitslos.
Ich habe auch mittlerweile gemerkt, daß meine Qualifizierung auch nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Deswegen möchte ich dieses Jahr noch mit dem Techniker anfangen, um meine mechanischen und IT-Kenntnisse erweitern, ebenso wie Kenntnisse zur Personalführung, denn wenn ich mir die Stellenanforderungen ansehe, suchen die zwar ab und an Industrieelektroniker, aber mit den Kenntnissen eines Meisters oder Technikers. Dinge, die ich bis jetzt nicht gelernt habe.
Aber: Die Weiterbildung ist dem Arbeitsamt und der Zeitarbeitsfirma ein Dorn im Auge. Bezahlt bekomme ich es sowieso nicht, und wenn ich beispielsweise Abendschule mache, kann ich keine Stellen mehr annehmen, die Schichtarbeit erfordern. Ich habe ja schon einmal mit denen darüber geredet.
Aber was soll´s. Ich glaube nicht, daß sich in den zwei Monaten der Überlappung: Zeitarbeitsfirma / Abendschule noch etwas ergeben wird. Deswegen mache ich es hinter deren Rücken. Wenn ich etwas finde, dann kann ich immer noch notfalls die Schule schmeißen.
So sieht es aus.

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