Von – Katharina

Written on Montag, Mai 12th, 2008 at 19:12

Hallo!

Diesen Hilferuf starte ich nicht leichtfertig. Schließlich muss sich die Person, die diese mail liest mit meinen Problemen auseinandersetzen. (mehr oder weniger ungewollt). Ich komme absolut nicht mehr mit meinem Leben klar. Wenn ich mit meiner Seele kommunizieren könnte, würde ich vielleicht verstehen, warum das so ist und wer Schuld daran trägt. Ich denke häufig darüber nach, wer mir die Lebensfreude und meinen Charakter von früher genommen hat. Es wäre erheblich leichter für mich, wenn ich jemandem die Schuld für meine derzeitige Leere geben könnte. Ich selber kann ja nicht Schuld sein, das wäre doch bescheuert, denn wenn ich die Ursachen kennen würde, könnte ich dagegen ankämpfen. Innerlich schreie und weine ich… voller Sehnsucht nach Liebe und dem Gefühl was Besonderes zu sein. Nur das Blöde ist, dass ich das nach außen hin nicht mehr zeigen kann. Ich würde die ganze nur weinen, wenn ich könnte. Aber ich fühle mich leer und gefühlskalt und kann noch nicht mal mehr beschreiben, was wirklich in mir vorgeht. Und wenn ich mit meinen Freunden darüber sprechen würde, würde ich auch nur auf Unverständnis stoßen. Wie soll das denn jemand verstehen? Ich habe mich im schon mal über informiert und musste feststellen, dass ich viele dieser Kriterien schon gerecht werde. Ich kann mich in der Schule nicht mehr konzentrieren, komme mit Freunden nicht mehr lange aus und ziehe mich ungewollt zurück. Ständig habe ich das Gefühl, nichts wert zu sein, fehl am Platze zu sein, langweilig zu sein und ich suche ständig die Gründe dafür, warum ich Single bin und warum für niemanden wirklich wichtig. Ich hätte gern ein ‚Mordsselbstbewusstsein’ allerdings ist dann wieder die Angst da, dass ich eingebildet und arrogant rüberkomme und letztendlich wieder allein dastehe. Hat aber auch viel mit der Vergangenheit zu tun. Ich wurde früher auch von vielen nicht gemocht, obwohl ich nie groß aus der Reihe fiel. Durch mein Aussehen und meine guten Noten hab ich mich halt nur etwas überlegen gefühlt und das wurde wohl nach außen hin übertragen. Doch jetzt ist alles anders. Meine Gedanken bringen mich langsam um, ich bin mein eigener Feind. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, stehe ich unter einem so großen Druck, unterhaltsam zu sein und überlege die ganze Zeit, über was ich mit ihnen sprechen könnte. Denn letztendlich bin ich von meinen Zweifeln und Ängsten und dem, was ich nicht bin und sein will so gefangen, dass ich nur noch tunnelblickmäßig an alles Schlechte denken kann und das Gute komplett verdränge. Deshalb ist es ja so schmerzhaft und ich steh unter diesem Druck, weil ich selber merke, dass mich diese Gedanken unbewusst beherrschen und ich dagegen ankämpfen muss. Oft weine ich, wenn ich nach einer Party oder einem Ausflug mit der Clique nach Hause komme, weil ich schon wieder nicht ich selbst war und den anderen nicht gerecht werden konnte. Zumindest fühl ich mich dann wie ein Versager, auch wenn die anderen gar nichts gemerkt haben. Ich ärger mich dann immer, warum ich mein blödes Maul nicht aufgekriegt hab und das die anderen jetzt denken, dass ich total schüchtern und langweilig bin. Ich bin jetzt schon 1 ½ Single und kam bisher eigentlich ganz gut damit klar, habe ich mir so eingeredet. Doch das änderte sich, als ich eine Enttäuschung nach der anderen einstecken musste. Ständig dieses ‚warum’? in meinen Kopf. Warum will mich keiner? Ich bin nichts wert! Fast 2 meines Lebens die ich verschwendet habe. Mit meinen rede ich nicht darüber, bin eigentlich recht froh, wenn ich gar nichts mit denen zu tun haben muss. Ich sehe sie ja auch nur abends, wenn sie von der Arbeit heimkommen. Doch mich belastet es sehr, dass ich ein Einzelkind bin. Denn mir wurde die letzen Monate klar, dass ich deshalb so schwer mit Menschen längere Zeit auskomme. Denn schließlich habe ich nie groß die Erfahrung damit gemacht, mich mit Menschen auseinanderzusetzen, war bisher immer auf mich allein gestellt und deshalb ist der Menschenkontakt nie wirklich was gewesen, was sich von selbst verstand.
Als ich mir das Buch ‚Depressionen – Selbsthilfe’ ausgeliehen habe und dann heulend in die Ecke warf wurde mir klar, dass ich mir nicht selber helfen kann. Es wurde mir empfohlen, mit Freunden/Bekannten über meine Probleme zu . Menschen allgemein sind ja glaube mein Problem. Denn wenn man sich wie ein Stück tote Scheiße fühlt, kann man doch nicht mit Leuten über was sprechen, was sie überhaupt nicht nachvollziehen können. Ich habe das Gefühl, dass mich diese Leere irgendwann umbringen wird. Es ist, als ob ich auf einer Entwicklungsstufe stehen bleiben würde und alle anderen mich überholen. Ich möchte doch einfach nur Spaß haben und Dinge sehen und erleben, wie alle anderen auch. Wie kann ich gegen meine schwarze Seele ankämpfen, wo die kleinste gestorben zu sein scheint?

Liebe Grüße,

Katharina

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