Gute Vorsätze – Wie durchhalten?

Auch gute für das neue Jahr gehabt? Diesmal vielleicht – dem magischen Datum zu Ehren – besonders fest vorgenommen, diese auch umzusetzen? Keine Zigarette mehr, weniger essen, auf Süßigkeiten verzichten, mehr Zeit für die Kinder…..

Falls Sie schon schwach geworden sind – Willkommen im Club. Nach einer Untersuchung des Psychologen John von der Universität Scranton in Texas, USA nimmt sich etwas jeder zweite erwachsene Amerikaner jedes Jahr zu Silvester vor, irgend etwas in seinem Leben besser zu machen. Innerhalb des folgenden halben Jahres wirft bereits die Hälfte das Handtuch und nach zwei Jahren sind nur noch 20 Prozent ihren Vorsätzen treu.

Die meisten schaffen es also nicht. Hier einige zum leichteren Durchhalten: (Und wer schon schwach geworden ist, sollte es ruhig neu probieren. Nach der Untersuchung von Norcross sind auch die 20 Prozent Erfolgreichen zwischendurch zu den alten Sünden zurückgekehrt, haben sich aber dann wieder an den Riemen gerissen.)

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Bei allen guten Vorsätzen, bleiben Sie realistisch. Wer schafft es schon, 20 kg abzunehmen. Das Ziel, “5 Kilo weniger ” ist leichter zu erreichen. Kleinere erfolgreiche Schritte stärken das Selbstbewußtsein und schaffen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

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Gehen Sie mit sich selbst ins Gericht und seien Sie ehrlich: Wollen Sie das Ziel überhaupt erreichen? Das heißt, wollen sie wirklich aufhören zu rauchen oder schlanker werden oder glauben Sie nur, man erwartet es von Ihnen. Sie müssen von Ihrem Ziel selbst überzeugt sein, um es zu erreichen. (Vielleicht tröstet das Wissen, daß die meisten Raucher mehrere Anläufe benötigen, bis es mit dem Aufhören endlich klappt.)

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Machen Sie sich einen genauen Plan, wie Sie ihr Ziel erreichen wollen und ersetzen Sie schlechte bzw. hinderliche Angewohnheiten durch gesunde und dem Ziel förderliche. Zum Beispiel, wer in Streßsituationen besonders viel geraucht hat, kann Entspannungstechniken lernen oder wer abnehmen möchte, aber unter Heißhungeranfällen auf Süßes leidet, sollte den Kühlschrank mit Obst oder Joghurt anfüllen.

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Vermeiden Sie typische Fallen, z. B. keine Kaffeepausen mehr mit dem Kettenraucher im Büro.

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Belohnen Sie sich selbst für kleine Erfolge.

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Lösen Sie sich von Wunschgedanken. Die Gefahr ist groß, daß Sie bei diesen Wünschen hängenbleiben und gar nicht erst mit der wirklichen Aufgabe beginnen.

Wer sich jetzt fragt, ob es überhaupt etwas bringt, Neujahres – Vorsätze zu haben, für den hat John Norcross auch ein Studien-Ergebnis parat: Er verglich die Erfolge von Leuten mit Neujahresvorsätzen mit denen von Leuten, die irgendwann im Laufe eines Jahres etwas in ihrem Leben ändern wollten. Das Resultat: Neujahresvorsätze haben eine größere Chance verwirklicht zu werden.




Mangelhafte Selbstkenntnis: Wir halten uns für besser als wir sind

Eigentlich sollten wir uns selbst ausgesprochen gut kennen. Es gibt nichts auf der Welt worüber wir soviel Informationen besitzen wie über uns selbst. Trotzdem, psychologische Experimente und Untersuchungen bringen immer wieder die Erkenntnis: Vielen Menschen fällt es leichter, das anderer vorherzusagen als ihr eigenes. Die neuesten Forschungsergebnisse zu diesem Thema wurden kürzlich auf dem Kongreß der American Psychological Society in Miami Beach, Florida vorgestellt.

Forscher der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York haben Aspekte des moralischen Verhaltens näher unter die Lupe genommen. Ihre Ausgangs-Vermutung, daß eine ausgeprägte Tendenz besteht sich selbst auf moralischer Ebene als besser, großzügiger, fairer und ethischer im Verhalten als andere Menschen einzuschätzen wurde bestätigt.

Zwei Experimente:

Nicholas und David , die beiden Forscher der Cornell Universität, führten zwei Experimente durch: Im ersten fragten sie 251 Psychologie-Studenten ihrer Universität wieviel sie bei einem für fünf Wochen später als Spendenaktion angesetzten Narzissenverkauf erwerben werden. Außerdem sollten sie einschätzen wieviel ihre Studienkollegen kaufen werden. 83 Prozent der Befragten gab an, sie würden Spendenblumen kaufen, aber nur 43 Prozent haben es tatsächlich getan. Weiters meinten die Studenten über sich selbst, sie würden für zwei US-Dollar Blumen kaufen. Die Spendenbereitschaft der anderen Studenten schätzten sie auf 1,6 US-Dollar ein. Die tatsächliche Pro-Kopf-Spendensumme lag dann bei 1,25 US-Dollar.

Im zweiten ließen die Forscher 97 Studenten eine “Prison Dilemma”- Aufgabe spielen. Bei solchen Aufgaben geht es um Kooperationsbereitschaft und Vertrauen in andere. Die Aufgaben werden von zwei Partnern unabhängig voneinander gespielt und sind so angelegt, daß beide Partner am meisten profitieren, wenn sie zusammenhalten und einen für den einzelnen mit negativen Konsequenzen bedrohten Weg gemeinsam gehen. Bei Kooperation entfallen nämlich die negativen Konsequenzen. Da aber die Spielpartner nicht wissen wie der jeweils andere sich entscheidet, ist die höher, daß sie sich gegen die Kooperation entscheiden und für den Weg, der die wenigsten negativen Konsequenzen für Einzelgänger aufweist. Die Studenten sollten vor dem Experiment ihr wahrscheinliches Verhalten einschätzen: 84 Prozent meinten, daß sie kooperieren werden, aber nur 61 Prozent taten das dann tatsächlich.

Schlußfolgerung:

Epley und Dunning erklären das Verhalten der Studenten auf Basis der Entscheidungstheorien von Kahnemann und Tversky: Demnach gibt es zwei Kategorien von Informationen: Informationen, die wichtig sind für die Einschätzung eines ganz besonderen Falles oder einer bestimmten Person und allgemeine Informationen über das durchschnittliche Verhalten von Menschen in ähnlichen bzw. vergleichbaren Situationen. Für eine möglichst exakte Vorhersage von Verhalten sollten beide Informations-Kategorien berücksichtigt werden. Wenn es um Einschätzung des eigenen Verhaltens geht tendieren wir allerdings dazu die Kategorie der allgemeinen Informationen links liegen zu lassen – selbst dann, wenn uns diese Informationen quasi auf die Nase gebunden werden. So informierten Epley und Dunning in einem Nachfolge-Experiment ihre Testpersonen über das bekannte durchschnittliche Spendenverhalten. Die Studenten reduzierten daraufhin ihre Einschätzung über das vermutliche Spendenverhalten anderer, sich selbst schätzten sie allerdings als genauso großzügig ein wie die erste , die diese Informationen nicht hatte – und sie lagen damit natürlich weit über ihre tatsächliche Spende.

Quelle: www.psycport.com