![]() |
Psychonews Brainmapping |
![]() |
Brainmapping: Studie erforscht Gehirnwachstum bei Kindern |
Mithilfe neuer Abbildverfahren ist es Wissenschaftern der Universität von Kalifornien in Los Angeles nun gelungen, das Gehirnwachstum in Kindheit und Jugend genauer zu erforschen. Für die Untersuchung wurde ein MRI (Magnet Resonance Imaging) Scanner verwendet. Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren wurden mit diesem Verfahren in unterschiedlichen Zeitabständen, von zwei Wochen bis zu vier Jahren, wiederholt untersucht. Durch den Vergleich der Bilder pro Kind konnten die Wissenschafter erkennen, welche Teile des Gehirns in einem bestimmten Lebensabschnitt sich weiterentwickeln und wachsen. Dabei entdeckten sie ein Wachstum von 'vorn nach hinten' im Corpus Callosum, auch Balken genannt. Dieser Abschnitt des Gehirns ist sehr reich an Nervenfaserbündeln und verbindet die rechte und linke Gehirnhälfte.
Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren zeigten eine hohe Wachstumsrate im vorderen Teil des Corpus Callosum, der Gebiete der Frontallappen (Stirnlappen) miteinander verbindet. Dieses Ergebnis bestätigt bisherige Annahmen über die Aufgaben von bestimmten Gehirnregionen: Kinder lernen in diesem Alter zu planen und zu organisieren. Diese Verhaltensweisen wurden auch bisher mit der Frontalhirnregion in Verbindung gebracht.
Der hintere Teil des Corpus Callosum wächst am stärksten im Alter von 6 bis 13 Jahren. Dieser Teil verbindet Gehirnregionen, die mit der Sprachentwicklung in Verbindung gebracht werden. Die Wissenschafter vermuten, daß zunehmende Schwierigkeiten mit dem Erlernen einer neuer Sprache nach dem Alter von 12 Jahren mit dem Abschluß der Entwicklung im Corpus Callosum zusammenhängen.
Parallel zum Gehirnwachstum findet laut Erkenntnisse der Wissenschafter im Alter von 7 bis 13 Jahren auch eine Reduktion von Gehirngewebe statt, und zwar im Nucleus caudatus, einem Teil der Basalganglien in der Tiefe des Gehirns. Dieser Teil ist in Zusammenhang mit Bewegung aktiv und eine Störung innerhalb dieser Region wird für die Parkinson-Erkrankung verantwortlich gemacht. Die gemessene Reduktion im Nucleus caudatus betrug 50 Prozent. Die Wissenschafter erklären das damit, daß das Gehirn in der frühen Kindheit zunächst mehr Zellen produziert, als gebraucht werden und nicht benutzte Zellen mit der Zeit wieder absterben.
Quelle: Medical Tribune, 8. März 2000