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Krebs: Chemotherapie kann die Denkfähigkeit noch Jahre später beeinträchtigen!
März 2000

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Viele Krebspatienten berichten nach einer Chemotherapie über eingeschränkte Denk- und Konzentrationsfähigkeit, das Gefühl, wie in Watte gepackt zu sein oder Gedächtnisprobleme. Ärzte trösten dann oft damit, daß diese Nebenwirkungen vorbeigehen. Eine Studie der Dartmouth Medical School in Massachusetts zeigt nun, daß Patienten, die eine Standard-Chemotherapie bekommen haben noch 10 Jahre nach ihrer Behandlung in verschiedenen Intelligenz-Leistungstests deutlich schlechter abschnitten als Krebspatienten, die nur mit Operation und Bestrahlung behandelt wurden. Das Ergebnis der Studie wurde kürzlich von dem Psychologen Tim A. Ahles bei einer Tagung der Amerikanischen Krebsgesellschaft in Florida präsentiert.

An der Studie nahmen 71 Patienten teil, deren Chemotherapie im Durchschnitt 10 Jahre zurücklag und 58 Patienten, die nur mit Operation und/oder Bestrahlung behandelt worden waren. Die Forscher überprüften neun intellektuelle Leistungsbereiche, wie verbale Fähigkeiten, rechnerisches Denken, Gemeinsamkeiten finden und schlußfolgerndes Denken. Mehr als ein Viertel der Chemotherapie-Patienten zeigte deutliche Leistungsbeeinträchtigungen in zumindest vier der neun Bereiche. Bei den Patienten ohne Chemotherapie war die Zahl der Beeinträchtigten nur halb so hoch.

Dr. William Wood von der Emory Universität meint, daß Ärzte aufgrund dieser Ergebnisse bei Patienten mit frühen Krebststadium sehr sorgfältig den Nutzen der Anwendung einer Chemotherapie überprüfen sollten. Tim A. Ahles kündigte weitere Forschungsarbeiten zu diesem Thema an.


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