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Leben intelligente Menschen länger?
April 2001

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Schottische Wissenschaftler haben kürzlich die Ergebnisse einer Forschungsarbeit über einen möglichen Zusammenhang von Intelligenz und Lebenserwartung veröffentlicht. Demnach leben Menschen mit höherer Intelligenz länger als Menschen mit niedrigerer Intelligenz. Die Wissenschaftler haben für ihre Arbeit die Daten von 2792 Kindern aus Aberdeen in Schottland ausgewertet, die im Jahr 1921 geboren wurden und im Alter von 11 Jahren an einer landesweiten Intelligenzuntersuchung teilgenommen haben. In mühseliger Kleinarbeit versuchten die Autoren der Studie Ende der 90iger Jahre das Schicksal dieser Kinder nachzuforschen. Sie konnten noch die Daten von 2230 Aberdeener Schulkindern aus dem Jahr 1932, dem Intelligenztest-Jahr, auftreiben. Demnach waren von den damals 11jaehrigen Jungen bis Anfang 1997 646 verstorben und 505 noch am Leben. 247 wurden nicht gefunden, 27 waren aus Schottland weggezogen. Von den Mädchen waren 1997 438 gestorben, 594 lebten noch und 315 konnten nicht mehr gefunden werden. Der Vergleich der Intelligenzdaten zwischen den bereits verstorbenen und den noch lebenden Testteilnehmern im Jahr 1932 zeigte, das der Intelligenzdurchschnitt der zwischenzeitlich Verstorbenen deutlich niedriger war als der der noch Lebenden. Wer 1932 eine Intelligenztestleistung von 15 Punkten unter dem Durchschnitt zeigte hatte demnach nur eine rund 80 prozentige Wahrscheinlichkeit 65 Jahre später noch am Leben zu sein und wer 30 Punkte unter dem Durchschnitt lag hatte sogar nur eine 63 prozentige Wahrscheinlichkeit 76 Jahre alt zu werden.

Die Wissenschaftler vermuten mehrere Ursachen für diesen Zusammenhang: Eine höhere Intelligenz bedeutet oft mehr Informationen über einen gesunden Lebensstil und eine gesunde Ernährung zu haben. Außerdem bekommen Menschen mit höherer Intelligenz häufig eine bessere Ausbildung und in weiterer Folge Arbeitsplätze mit weniger Gesundheitsgefahren und mit höherem Einkommen und dadurch wieder Zugang zu einer besseren Krankenversorgung. Der Effekt von Intelligenz liesse sich daher nur schwer von dem Effekt der sozialen Klasse trennen.

Quellen: British Medical Journal www.bmj.com


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