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Lieblingssuppe und Persönlichkeit
Dezember 2000

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Manchmal gibt es wissenschaftliche Studien deren Sinnhaftigkeit zumindest nicht am ersten Blick erkennbar erscheint. Hier ist ein Beispiel:

Brian Wansink, Professor für Landwirtschaft der Universität von Illinois, USA hat sich auf die Suche nach der Beziehung zwischen Lieblingssuppe und Persönlichkeitszügen gemacht. Das Ergebnis: Liebhaber von Tomatensuppen sind meistens weiblich, mittleren Alters und lieben ihre Haustiere über alles. Unter ihnen gibt es außerdem mehr abenteuerlustige Menschen, sie pflegen mehr gesellschaftliche Kontakte und erfreuen sich zusätzlich an einem guten Buch. Wer feurige Chili-Rindfleischsuppen oder Minestrone bevorzugt ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein sportlicher Typ. Minestrone-Fans sind außerdem familienorientiert und sehr ernährungsbewusst. Liebhaber von anderen Gemüsesuppen sind dagegen laut dieser Studie nicht sehr spontan und gehäuft Leser von Familienzeitschriften.

Nicht unerwähnt sollte bleiben wie Brian Wansink zu seinen Erkenntnissen gekommen ist: Er hat im 1. Schritt 32 Kellnerinnen mit zumindest achtjähriger Berufserfahrung befragt, wie ihrer Meinung nach die typischen Esser von bestimmten Suppen beschrieben werden können. Danach machten der Professor und seine Mitarbeiter eine telefonische Befragung unter mehr als 1000 Menschen über Lieblingssuppen. Diejenigen, die eine klare Präferenz hatten wurden in bezug auf ihre Persönlichkeit genauer getestet. Aus diesen Daten filterte Wansink Gemeinsamkeiten von Liebhabern bestimmter Suppensorten in Form von Persönlichkeitsprofilen und liess die Kellnerinnen - sozusagen als Rücküberprüfung- diese Profile wieder den Suppen zuordnen. Die Kellnerinnen fanden diese Aufgabe leicht.

Brian Wansink sagt über den Sinn der Studie: ''wir wissen nicht, warum die einen Vanille mögen und die anderen lieber Schokolade. Wenn wir aber die psychologischen Faktoren kennen, die bestimmen, warum Menschen einen unterschiedlichen Geschmack haben, dann können wir bessere Strategien finden, um Menschen zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu animieren.''

Suppe wurde übrigens deshalb als Studienobjekt ausgewählt, weil mit ihr am meisten Gefühle verbunden seien. Suppe erinnert Menschen an Kindheit und an Geborgenheit. Quasi als Nebenergebnis der Studien fand der Wissenschafter auch noch einen bedeutenden Unterschied in den Essensvorlieben zwischen den Geschlechtern: Während sowohl Männer als auch Frauen in den USA Eis als das Nahrungsmittel bezeichneten, das in einer mißlichen Lage am meisten Trost spenden kann, folgten bei den Frauen auf den weiteren Plätzen Schokolade, Chips und Kekse und bei Männern Fleisch, Nudeln und Pizza.

Quelle: http://www.psycport.com, 9. Dezember 2000


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