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Empty Nest Syndrom - gibt es so etwas?
Dezember 2001

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Endlich - die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus. Als Mutter und Vater sollte man aufatmen können. Schließlich kann man jetzt wieder sein eigenes Leben leben? Aber wie? Nach so vielen Jahren der Kinderbetreuung und Orientierung auf den Nachwuchs sind die eigenen Wünsche und Bedürfnisse kaum mehr bewusst. Das „Empty Nest Syndrom“ entsteht: Damit ist eine psychologische Krise mit Traurigkeitsgefühlen, Schlaflosigkeit und/oder allgemein emotionaler Labilität gemeint hervorgerufen durch die plötzliche Orientierungslosigkeit und notwendige Lebensumstellung. So glaubte man bisher und so steht es auch in einigen Lehrbüchern.

Sollten sich die Forschungsergebnisse der australischen Psychologin Lorraine Dennerstein in weiteren Untersuchungen bestätigen dann müssen allerdings die Lehrbücher umgeschrieben werden: Demnach ist für viele Frauen Glück gleichbedeutend mit Empty Nest. Die Jahre mit einem heranwachsenden Teenager werden laut Dennerstein von den in neunjähriger Forschungsarbeit befragten Frauen eher als Belastung denn als Bereicherung empfunden und die Mehrheit der Mütter erklärte, dass sich ihre emotionale Situation nach dem Auszug des Nachwuchses verbessert hätte. Diese Ergebnisse passen zu dem Ergebnis einer anderen australischen Studie, durchgeführt von Ailsa Burns. Die Psychologin verglich Befragungsergebnisse von Frauen in den Vierzigern mit den Ergebnissen von Frauen älter als 60. Die jüngeren Frauen sind demnach in der Mitte ihres Lebens von Sorgen über den Nachwuchs und über ihre Qualität als Mütter und Ehefrauen geplagt. Diese Sorgen hätten die über 60jährigen Teilnehmerinnen an der Studie hinter sich gehabt und die meisten berichteten eine Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Quelle: Sydney Morning Herald, 26. 10. 2001


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