Kinder brauchen nach einer Scheidung weiterhin beide Eltern – diese alte Weisheit wurde von einer kürzlich im US-Journal of Family Psychology veröffentlichten Analyse von insgesamt 33 Forschungsstudien der vergangenen Jahre bestätigt. Psychologe Robert Bauserman vom Department of Mental Health and Hygiene in Baltimore, US-Bundesstaat Maryland verglich die Daten von 1846 Kindern, die nach der Scheidung bei einem Elternteil mit alleinigem Sorgerecht lebten mit den Daten von 814 Kindern, deren Eltern sich bei der Scheidung auf ein gemeinsames Sorgerecht geeinigt hatten. Demnach zeigten Kinder, deren Eltern das Sorgerecht gemeinsam ausübten, weniger Verhaltensprobleme, hatten ein höheres Selbstbewusstsein und bessere Schulnoten als Kinder von Eltern mit alleinigem Sorgerecht. Erstaunlicherweise berichteten Eltern, die das alleinige Sorgerecht hatten mehr Konflikte mit den Ex-Partnern als Eltern, die sich das Sorgerecht teilten. Die Ansicht, dass gemeinsames Sorgerecht zur Fortsetzung des Ehekrieges führen könnte scheint sich also in der Praxis nicht zu bestätigen.
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