Von – Unbekannt

Written on Donnerstag, Dezember 1st, 2005 at 19:12 by forumeintrag

An: Jesus, Freund der Menschen

Du verzettelst Dich! Wenn Du nach einem Lied suchst, dann harre aus, bis Du fündig wirst. Wenn Dir bei jeder ausgewiesenen Seite gleich eine andere Weltsicht einkommt, wirst Du am auf keinem Gebiet richtig Bescheid wissen.

Jemand, den es – plötzlich oder eigentlich schon immer – einfach nur mal so interessiert, was in seelenkranken Menschen vorgeht, der sollte sich besser wirklich erst einmal Fachinfos holen (für die es in anderen Psycho-Foren, größeren, durchaus Abteilungen gibt). Da hättest Du soviel Stoff, daß Dir erst einmal eine Zeitlang kein Verlangen käme, gleich auch Betroffenen schöne theoretische Ratschläge erteilen zu wollen.

Was treibt Dich, hast Du jemand psychisch Erkrankten unter Freunden, Nachbarn, in der Familie? Oder meinst Du, eben als Jesus, für alle irgendwie verantwortlich zu sein?

Ansonsten sind solche Foren vor allem dazu angelegt, daß sich Betroffene untereinander austauschen. Hier schreiben Leute herein, die durch ihre Krankheit in die geraten sind, die sich langezeit vielleicht überhaupt nicht mehr in irgendeiner Form äußern konnten, niemanden sich öffnen, weil ihre Krankheit oder diesen Weg nicht vorsah, ihn immer wieder verlegte, die nach täglich zermürbenden Zweifeln und Fragen hierin vielleicht überhaupt den letzten Weg sehen, ihre ganze Hilflosigkeit wenigstens einmal herausgeschrien zu haben.

Und dann stoßen sie hier drinnen – zumindest könnte es sein – auf Gleichbetroffene oder aber auf Leute, die den Weg da heraus schon mal kennen, dabei sind, ihn, den steilen, erstmals oder wiederholt, zu erklimmen. Da kann man versuchen, sich anzuhängen. Der eine nimmt den anderen ein Stück mit.

Dieses ist ein weithin homogenes System, wo es eigentlich keine eifrig hilfsbeflissenen Seiteneinsteiger braucht. Überlaß es ruhig uns alleine. Gemeinsam schaffen wir das hier schon.

… und falls Du auf der Suche nach jenem Lied auf ein Alkoholiker- stößt, denke ich, werden die Dir ebenfalls den Marsch blasen, weil es dort ganz genauso funktioniert, und sie sich auch nicht um putzige Liedchen kümmern wollen.

Und fühl Dich hierdurch nicht abgewatscht, Du bist sicher kein schlechter Mensch, Jesus. Es soll Dir nur erklären, warum wir Dich hier nicht mitspielen lassen wollen …

Freundlichst, CitaW.

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Von – Helga

Written on Donnerstag, Juni 9th, 2005 at 19:12 by forumeintrag

An Berta vom 6.6.05

Ich finde es schade, dass du meinen Beitrag an Conny so negativ aufgenommen hast.
Es sollte auch keine Kritik sein, und es lag und liegt nicht in meinem Interesse, Conny zu entmutigen, sich via Internet zu unterhalten.

Meine (auf die ich gerne verzichtet hätte) hat mich eines Besseren belehrt. Ich hatte 2 kleine Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren und war allein. Ich bin Anfangs fast gar nicht unter Menschen gegangen, hatte zu viel um die Ohren – Kinder, Haushalt, Geld verdienen und, und, und.
Nun, zuerst war es eben nur “sich einsam fühlen”, alleine sein.
Eine Freundin hatte ich zwar, aber die hat sehr viel gearbeitet und hatte wenig , besonders dann, wenn ich jemanden zum Reden gebraucht hätte, war niemand erreichbar. Und dann tut weh.

Was ich leider erst spät bemerkt habe – es schlich sich eine Art Isolation ein.

Kannst du dir vorstellen, dass ich 15 nicht mehr ausgegangen bin? Klar geht man einkaufen und irgendwann unter das Volk, aber sich wieder einmal mit Erwachsenen unterhalten zu können ist gar nicht so einfach. Ich brauchte fast 1 Jahr, dass ich mich wieder allein z.B. in ein Pizzalokal reingetraut hatte, geschweige irgendwo einen Kaffee trinken zu gehen. Es mag für dich blöd klingen oder unverständlich sein, aber es war leider so. Meine Tochter war mir damals eine riesengrosse Hilfe, sonst hätte ich diesen Schritt wahrscheinlich länger nicht getan. Ich musste es wieder unter Menschen zu gehen, zu schliessen, Menschen einschätzen zu – auch, um mich vor “Ent-Täuschungen” zu bewahren. Es war nicht leicht!

Mit meinem Beitrag wollte ich Conny nur darauf “aufmerksam” machen, dass ihr nicht dasselbe widerfährt, nämlich die Isolation – ich kann Conny nur zu gut verstehen, obwohl ich ihr Alter nicht kenne und nicht weiss, wie alt ihr ist.

Ich bedanke mich für deine Reaktion auf meinen Beitrag. Ich werde mich bemühen, bei meinen Beiträgen mich vorsichtiger auszudrücken.

Ich lerne gerne dazu und die Besucher mögen mir meine offene Art und meine Besorgnis für meine Mitmenschen verzeihen, auch, wenn ich diese nicht persönlich kenne.

Danke für euer Verständnis

Helga

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Internetsucht und Einsamkeit

Written on Freitag, September 3rd, 1999 at 01:31 by christiane

und extremer -Gebrauch sind schon des öfteren miteinander in Verbindung gebracht worden. Soweit also ein alter Hut. Was aber ist , was ist ? Gemeint ist, führt stundenlanges Web-surfen zu Einsamkeit oder werden einsame Menschen besonders von den Möglichkeiten des World-Wide-Web angesprochen und eingesogen? Dieser Frage forschen aus aller Welt nach- und mit Ergebnissen, die beide Sichtweisen stützen: 1. Wer viel surft, reduziert seine Real Life . Dadurch kann Einsamkeit entstehen 2. Einsame Menschen nutzen das Netz anders und ausgiebiger als Nichteinsame. Dadurch kann ihre Isolation noch größer werden. Dazu als Beispiel die Ergebnisse von zwei US-Studien:

  1. Wer viel surft, reduziert seine Real Life Kontakte

    Die Ausgangsbasis für die Untersuchung zu diesem Thema waren die Hypothesen: Einsamkeit entsteht als Nebenprodukt von exzessiver Internet-Nutzung. Die Online und die Energie, die für Online-Beziehungen aufgewendet werden gehen zu Lasten von Real Life Beziehungen. Die 1998 publizierte HomeNet Studie (s. Literaturangabe) bestätigte mit einer etwas unüblichen Forschungsmethode diese Annahmen: Die 93 an der Studie teilnehmenden Familien mit insgesamt 169 surfenden Familienmitgliedern bekamen einen kostenlosen bzw. stark verbilligten Computer zur Verfügung gestellt, sowie Ausbildung und Internetzugang für zwei . Die psychologischen Tests zeigten, daß die Teilnehmer an der Studie mit der Zeit um so mehr Einsamkeitsgefühle angaben, je stärker und ausgiebiger sie das Internet nutzten. Die Autoren führten das auf Abnahme der Kommunikation in der Familie und Verlust von Interesse an sozialen Aktivitäten zurück.

  2. Einsame Menschen nutzen das Netz ausgiebiger und es hat eine andere Bedeutung für sie als für Nichteinsame

    Einsamkeit wurde in dieser zweiten kürzlich veröffentlichten Untersuchung (s. Literangabe) nicht an der Anzahl der Beziehungen gemessen, sondern folgendermaßen definiert: Einsamkeit entsteht, wenn das soziale Netzwerk einer Person kleiner ist oder weniger befriedigend, als es die Person wünscht. Einsame Menschen werden als sozial gehemmt beschrieben, ängstlich, selbstunsicher und übersensibel in bezug auf Zurückweisung. Sie haben dadurch weniger Fähigkeiten, intime und enge Beziehungen aufzunehmen als Nichteinsame. Diese Kennzeichen von einsamen Menschen werden als Ursache für die große Attraktion des Internet angesehen: Zum einen bietet das Internet ein wesentlich größeres Angebot an sozialen Beziehungen, als das reale Leben. Es ist möglich anonym zu agieren. Das Ausmaß der sozialen Teilnahme kann besser selbstbestimmt werden und es können andere Menschen und die Art, wie sie mit anderen umgehen, beobachtet werden. Optimisten schlußfolgern daraus, daß einsame Menschen so eine Gelegenheit haben, soziale Fähigkeiten zu und im Internet unverbindlich zu üben, quasi ein Trockentrainig für das reale Leben. Pessimisten meinen, Einsame verstricken sich dadurch noch mehr in ihrer Isolation und werden noch unfähiger für reale Kontakte.

Diese Fragen wurden in der Studie untersucht: 283 Studenten unterschiedlicher Studienrichtungen, die das Internet benutzen, wurden nicht nur nach dem zeitlichen Ausmaß ihrer Nutzung gefragt sondern auch nach ihrer Meinung zu verschiedenen Einstellungen und Ansichten in bezug auf das Internet. Mit einem zweiten wurden die Teilnehmer in die Gruppen “Einsame” und “Nichteinsame” aufgeteilt. Der Vergleich der Internetbezogen Daten in diesen beiden Gruppen zeigte etliche, statistisch bedeutsame Unterschiede: Nichteinsame waren pro Woche im Durchschnitt drei Stunden Online, Einsame fast doppelt so lang. Als Grund für die Internet-Nutzung nannten einsame Menschen stärker als Nichteinsame: Entspannung, Leute treffen, emotionale Unterstützung und Zeit-Totschlagen.

Bei den Einstellungen und Ansichten stimmten einsame Menschen etlichen Fragen deutlich häufiger zu als Nichteinsame, z. B.

* Ich ziehe Online-Kommunikation realer Kommunikation vor.
* Die Anonymität im Internet macht mich freier.
* Ich bin Online eher ich selbst als im realen Leben.
* Meine Online-Freunde verstehen mich besser als andere Menschen.
* Ich fühle mich schuldig, wenn ich an die Zeit denke, die ich Online verbringe anstatt zu arbeiten.

Zusammenfassend meinen die Autoren dieser Studie, daß nach ihren Ergebnissen einsame Menschen sich durch intensive Internetnutzung auf einen gefährlichen Kreislauf einlassen: Sie gehen ins Internet, um sich soziale Bedürfnisse zu erfüllen, aber die Online verbrachte Zeit schafft wieder Lücken und Probleme in ihren Beziehungen im realen Leben.

Literaturangabe:

Zu 1.) Kraut, Patterson, Landmark et al. (1998). Internet paradox: A social technology that reduces social involvement and psychological well being? American Psychologist, 53, 1017-1031 (zitiert nach Morahan-Martin u. Schumacher, siehe unten)

Zu 2.) Janet Morahan-Martin und Phyllis Schumacher, Bryant College (1999): Loneliness and social use of the Internet. Papier präsentiert auf dem Jahreskongreß des amerikansichen Psychologenverbandes APA, Boston, MA

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