Krise “Schulbeginn”

Written on Freitag, Juni 20th, 2003 at 18:14 by christiane

Die Sommerferien sind vorbei – doch die Rückkehr zur Schulroutine fällt vielen nicht leicht. In den ersten Schultagen wird die noch als spannend empfunden, viele haben sich sogar darauf gefreut und auch auf das Wiedersehen mit Freunden. Aber ab Ende der 1. Woche bzw. Anfang der 2. Woche ist diese Begeisterung meist vorbei. Der Schulalltag ist eingekehrt und den wird klar, daß es jetzt viele Monate so weitergeht: früh aufstehen, Schule, Tests und dann noch und lernen. Vieles wurde in den Ferien vergessen und es dauert seine Zeit, bis sich die alte Lernroutine eingestellt hat. Dieser Eingewöhnungs”stress” äußert sich häufig in Verhaltensänderungen. müssen damit rechnen, daß ihr Kind in diesen ersten Schulwochen ungewohnt aggressiv reagiert oder sich zurückzieht oder unter verschiedenen körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Magenschmerzen leidet.

Wie können Eltern ihren Kindern die Eingewöhnung erleichtern?

* Zunächst einmal sollten sie mit ihrem Kind sprechen und Verständnis für seine Schwierigkeiten zeigen.Machen sie die Umstellung auf den neuen Rhythmus zu einer Familienaufgabe.
* Kinder sollten nicht zu früh mit außerschulischen Tätigkeiten beginnen: Die Musik-, Ballett- oder Sportstunde am nachmittag sollte noch zwei bis drei Wochen warten.
* Schafft ihr Kind die Organisation von Büchern, Heften und Unterrichtsunterlagen schon selbst? Bieten sie Unterstützung an.
* Hat sich die Zeiteinteilung für Hausaufgaben und Freizeit im vergangenen Schuljahr bewährt? Wenn nicht, sollten sie jetzt gemeinsam mit ihrem Kind eine neue Einteilung ausprobieren. Manche Kinder müssen nach der Schule erst abschalten können, andere bringen die Hausaufgaben lieber gleich hinter sich und haben dann unbeschwerte Freizeit. Manche wollen die Aufgaben in einem Zug erledigen, andere verteilen sie in kleinen Portionen mit Spielpausen auf den ganzen Nachmittag.
* Viele Kinder kommen nach Hause und setzen sich gleich einmal zum Kinderprogramm vor den Fernseher. Aber: kann sich ihr Kind nach TV, Videogame oder Computerspiel noch auf die Hausaufgaben konzentrieren? Wenn nicht, sollten diese Freizeitbeschäftigungen warten bis die Aufgaben erledigt sind.
* Berücksichtigen sie bei der Freizeiteinteilung, daß die Tage jetzt kürzer werden. Kinder brauchen frische Luft und Bewegung. An schönen Herbststagen sollten die Hausaufgaben zugunsten des Spielplatzes auch einmal nach hinten geschoben werden.
* Klagt ihr Kind in diesem Schuljahr viel stärker als sonst über die Hausaufgaben? Vielleicht hat es Lernprobleme in einem Schulfach? Reden sie mit ihrem Kind darüber oder fragen sie den Lehrer. Frühzeitige Unterstützung kann viele teure Nachhilfestunden ersparen.
* Wenn ihr Kind plötzlich nicht mehr zur Schule gehen will, kann das viele Ursachen, auch ganz banale, haben. Es sitzt z.B. in der Klasse neben einem Kind, von dem es geärgert wird oder es wird wegen seiner neuen Zahnspange gehänselt.

Kinder erzählen oft nicht von selbst was sie belastet. Fragen sie daher ihr Kind immer wieder, vermeiden sie aber allgemeine Fragen. Nicht: “wie war es heute in der Schule?”, sondern:”Was habt ihr heute gelesen?”, “Mit wem spielst du am liebsten?”, “Wen aus deiner Klasse magst du überhaupt nicht……

Ein Tip zum Abschluß: Wenn ihr Kind jetzt gerade in den ersten Schulwochen steckt, stellen sie eine kleine Belohnung für die erste glücklich überstandene Zeit in Aussicht: , Kino, Eis, die Lieblingsspeise… Dann hat es etwas, worauf es sich freuen kann und sie vermitteln ihrem Kind das , daß die Schule etwas ist, was die ganze Familie angeht.

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Wie kann man Eingewöhnungsschwierigkeiten von ernsthaften Schulproblemen unterscheiden?

Written on Mittwoch, Juni 20th, 2001 at 20:21 by christiane

Verändert sich relativ bald nach das Verhalten ihres Kindes, dann heißt es am besten erst einmal “Abwarten und Teetrinken”. Nicht gleich ein daraus machen, wenn es aggressiver als gewohnt reagiert oder sich mehr zurückzieht. Werten sie dieses Verhalten als Signal für mehr Unterstützung. Ändert sich dieses Verhalten aber nach mehr als zwei Wochen nicht, wird es vielleicht im Gegenteil noch schlimmer, dann sollten sie wachsam und aktiv werden. Es könnte mehr dahinterstecken, als nur “”.

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USA: Richter erzwingen Ritalin-Einnahme

Written on Dienstag, August 15th, 2000 at 02:24 by christiane

In Albany im US-Bundesstaat New York müssen ihrem siebenjährigen auf richterliche Anordnung weiterhin zur Behandlung seiner Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS) geben. Das ist kein Einzelfall behördlicher Intervention gewesen: Auch ein anderes im Bundesstaat New York berichtet über eine Untersuchung von Jugendschutz-Sozialarbeitern nach einer Anzeige wegen “medizinischer Vernachlässigung”. Auch dieses hatte bei ihrem Sohn wieder abgesetzt, da er unter Nebenwirkungen litt. Außerdem mehren sich Berichte von Druck seitens Lehrer auf Eltern, ihre unter ADS bzw. Hyperaktivität leidenden Kinder medizinisch behandeln zu lassen. Eltern, die sich weigern, bekommen oft den Vorwurf “Kindesmißbrauch” zu hören.

Untersuchungsberichte unterstützen Medikamenteneinnahme

Dies alles passiert vor dem immer neuer Berichte und Untersuchungsergebnisse über die Effektivität der Ritalin-Behandlung. So hat das National Institute of Health erst kürzlich einen Forschungsbericht veröffentlicht, wonach Kinder mit ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder), die Medikamente nehmen in erheblich kürzerer Zeit Handlungs-Entscheidungen treffen können als Kinder mit ADHD, die keine Medikamente bekommen.

Nach Auskunft der US-Akademie der Kinderärzte sind 3,8 Millionen amerikanische Schulkinder mit ADS/ADHD diagnostiziert worden und zumindest 2 Millionen von ihnen werden mit Ritalin behandelt, zum Teil in Kombination mit Verhaltenstherapien. Der Rest bekommt andere Medikamente, wird nur mit Verhaltenstherapien oder auch mit anderen Therapien behandelt.

Sollen Eltern über Medikamenteneinnahme allein entscheiden können?

Die Frage, ob man Eltern die Entscheidung über die Medikamenteneinnahme ihrer Kinder aufzwingen darf, wird von Psychologen und Ärzten unterschiedlich beantwortet. Einige meinen ‘ja’ mit Hinweis auf die Wirksamkeit der Medikamente, den schwerwiegenden Folgen einer Nichtbehandlung und vergleichbaren anderen Zwängen wie den in den üblichen Pflichtimpfungen vor . Andere sagen ‘nein’ und begründen das unter anderem mit nach wie vor fehlenden Untersuchungen über die Langzeitfolgen von Ritalin und anderen Medikamenten gegen ADS/ADHD.

Quelle: ‘USA TODAY’, 8. August 2000, National Institute of Health (www.nih.gov) und American Academy of Pediatrics (www.aap.org)

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