Von – Matthias

Written on Samstag, März 9th, 2002 at 19:12 by forumeintrag

Hallo,

mann, ich schaffs irgendwie nicht.
Ich habe Probleme in sozialen Kommunikationssituationen fühle und mich sehr unsicher und ängstlich dabei .
Weil ich versuche, alles richtig zu machen.
Und dabei alles falsch mache weil ich sehr statisch und eingleisig werde.
Entweder produziere ich mich oder ich bin sehr abweisend (wenn ich mir dann mal erlaube mein inneres Gesocht zu zeigen).

Jedenfalls habe ich mir heute abend vorgenommen gehabt, mal weniger darauf zu achten, was wohl die anderen von mir erwarten sondern einfach mal schweigsam in der Situation zu sein.
Schwierig, wenn man grade Geburtstag hat.
Naja, wir (Familie, Schwester+Freund, ich) waren Pizza essen und ich wollte eigentlich schon die Sache ganz abblasen weil ich mich zu gezwungen fühlte an diesem Abend irgendwie kommunikativ zu sein.
Ausserdem wollten meine Schwester und ihr Freund danach noch mit mir was unternehmen und ich wollte eigetnlich garnicht. Ich hatte so das daß ich mich halt widerwillig mitschleppe aber im Endeffekt eh nur das gelangweilt und depri-guckende Anhängsel bin.

Ok, zum Essen:
Ich saß halt an der Ecke zu ihrem Freund, er is in meinem Alter und auch ein ganz netter Kerl aber halt viel lustiger und redseliger als ich.
Für mich ist alles irgendwie ernst und verbissen.
Jedenfalls hat er mich nett begrüsst, mich beglückwünscht und gesagt “Du kommst heut auf jeden Fall mit!” aber ich wollte halt nicht.
Ich hab dann so vor mich hingegessen und immer etwas an ihm vrbeigeschaut um meinem Kommunikationsdruck auszuweichen, den ich immer verspüre.
Ich hab im Endeffekt halt ziemlich wenig geredet und meine Schwester und meine haben die Runde unterhalten.
Danach am Geburtstagstisch war ich auch eher mit depri-Gesicht dagesessen.

Mir fällt es so unheimlich schwer, mit der Situation zurechtzukommen.
Sobald ich mir sage:”Ok, du wirst jetzt nicht versuchen, toll dazustehen und kommunikativ zu sein (was mich immer fertigmacht) sondern so sein wie du dich fühlst und einfach mal in der Situation sein ohne dich darzustellen!”
Ok, wohin führt das? Ihr Freund hat verunsichert gewirkt weil ich letztes Mal doch recht offen war, ich war schlecht gelaunt und hab es eben etwas gezeigt.
Ich hab ein paar kleine Gesprächsversuche von ihm kurz beantwortet aber halt nicht weitergeführt weil ich nicht in der war mich lustig zu unterhalten und irgendwelchen Ansprüchen gerecht zu werden.
Ich habe die Geselligkeitsmaske am Tisch abgelegt.
Ich war so wie ich mich gefühlt habe.

Ich kam mir sehr kalt und auch ungerecht vor.
Daß ich eben keine Rücksicht auf die Gefühle der anderen nehme.
Es war genausoschwer zu ertragen wie wenn ich versucht hätte lustig zu sein und dadurch zwar die Stimmung aufzulockern aber mich im Endeffekt wie eine Kopie ihres Freundes zu fühlen, also zu versuchen, lustig zu sein obwohl ich eigentlich ganz anders bin.
Ich weis nicht wer ich bin.

Später als ihr Freund weg war (also der meiner Schwester) hat meine Mutter gemeint daß ich doch sehr unkommunikativ war und mir das vorgeworfen.
Ich hab halt gemeint daß ich meine Zwänge nicht ertrage und deswegen mal gegengesteuert habe (sie kennt meine sozialen Ängste, meine ).

Ich sehe meinen Weg nicht, ich fühle nicht welches oder welche Einstellung die richtige sein soll.
Wie ichs mach ist es falsch…..

Fällt euch was dazu ein?
Ich brauche Rat!
Ich weis das was mir im Kopf rumgeht klingt sehr verbissen und so als ob ich viel zuviel nachdenke aber momentan kann ich nicht anders….das hat sich so eingebrannt.

Bye, Matthias

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Kontrolle des Gefühlsausdruck verschlechtert Erinnerung

Written on Freitag, September 1st, 2000 at 04:36 by christiane

Wer versucht selbst in den schwierigsten Situationen nach außencool zu bleiben zahlt dafür einen ”kognitiven Preis”: Die an das betreffende Ereignis ist schlechter als die von Menschen, die ihre Gefühle weniger kontrollieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in der Septemberausgabe der Zeitschrift”Journal of Personality and Social Psychology” veröffentlicht wurde.

An und für sich ist es nichts Neues, daß wir Menschen die von Gefühlen und auch den Ausdruck mehr oder weniger kontrollieren können. Die Psychologen Jane M. von derUniversity of Washington und James J. von der Stanford Universität wollten nun wissen, ob diese Kontrollbemühungen in bezug auf auch Auswirkungen auf die geistige Verarbeitung der Situation haben. Ihre Ausgangshypothese war, daß Unterdrückung von Gefühlen wie z. B. in einer belastenden Situation keinen Ausdruck von Angst, Betroffenheit oder Abscheu zu zeigen, kontinuierliche erfordert. Dieser Prozeß, so spekulierten die Autoren der Studie, nimmt während der Situation kognitive Ressourcen in Anspruch und dadurch werden andere kognitive Funktionen, wie z.B. das Gedächtnis, in ihrer Leistung beeinträchtigt. Jemand, der seine Reaktionen nicht kontrolliert müßte sich demzufolge besser an das Ereignis erinnern können.

Die Forscher führten mehrere Gedächtnis- Experimente mit ihren 53 Testpersonen (24 Männer, 29 Frauen) durch. In einem zeigten sie einen Videoclip mit dem Streit eines Ehepaares über eine außereheliche Affäre des Mannes während die Tochter des Paares zuschaut. Der Hälfte der Teilnehmer an diesem wurde gesagt, sie sollten beim Anschauen des Filmes keine Gefühle zeigen. Die andereHälfte bekam nur die Instruktion, aufmerksam zuzuschauen und zuzuhören. Später wurden die Teilnehmer über ihre Gefühle und in bezug auf ihre Erinnerung befragt. Das Ergebnis: Die Mitglieder beider Gruppen unterschieden sich nicht in ihren Berichten über ihre Erfahrung von Gefühlen beim zuschauen. Die Gruppe, die keine Gefühlen zeigen durfte hatte aber eine deutliche schlechtere Erinnerung an das, was in dem Film gesagt und getan wurde.

Im zweiten Experiment ging es um die Frage ob die Stärke der Emotionen eineRolle spielt, d.h. ob die Erinnerungsleistung sinkt je stärker die Gefühle sind, die unterdrückt werden müssen. Außerdem wurde untersucht, ob die Art dergewählten Kontrollstrategie Auswirkungen auf das Gedächtnis zeigt. Die Teilnehmer an dem Versuch wurden in drei Gruppen geteilt und bekamen Dias von Verletzten vorgeführt und dazu einige gesprochene Information geliefert. Einer Gruppe wurde mitgeteilt, sie sollten während der Vorführung keine Emotionen zeigen. Die Mitglieder der zweiten Gruppe sollten sich in die Rolle des Arztes versetzen unddie Bilder mit neutralem Interesse sehen und der dritten Gruppe wurde einfach nur gesagt, sie sollten sichdie Bilderansehen. Diese Gruppe bildete die sog. Kontrollgruppe. Bei diesem Experiment gab es ein erstaunliches Ergebnis: Die Teilnehmer der Gruppe, die keine Emotionen zeigen sollte, konnten sich deutlich schlechter an die Informationen erinnern alsdie Kontrollgruppe – aber, als die Teilnehmer aus einer Anzahl von ähnlichen Dias das vorher gezeigte heraussuchen, d.h. wiederkennen sollte, schnitten beide Gruppen gleich gut ab. Beeinträchtigt war also nur die Erinnerung an die verbale Information. Die Stärke der emotionalen Intensität derBilder spielte ebenfalls keine Rolle fürdie Erinnerungsleistung. Es stellte sich aber heraus, daß die Art derKontrollstrategie wichtig ist: die zweite Gruppe, die die Dias wie neutrale Ärzte betrachten sollte, hatte in bezug auf die verbalen Informationen sogar einebessere Erinnerungsleistung alsdie Kontrollgruppe.

Der Originalartikel in der Septemberausgabe der Zeitschrift’Journal of Personality and Social Psychology” ist unter www.apa.org nachzulesen.

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