Hallo Lucia!
Dieses Gefühl – oder besser gesagt: NICHTGEFÜHL hat meißtens seine Ursache darin, daß es einem alles einfach schon zuviel ist, und wenn die Seele schon Warnzeichen in Form von Unglücklichsein geschickt hat, auf das von Dir nicht geachtet wurde, dann flieht sie ins NICHTS EMPFINDEN. Das heißt, gar nix fühlen ist besser, als diesen großen Kummer aushalten müssen (Das ist nicht wirklich so, aber das ist der Ablauf bis es zu so einem Nichtfühlen kommt.
Es kann aber auch umgekehrt sein, daß dieses Nichtfühlen der Beginn einer argen Depression ist, wenn Du auf dieses Warnsignal nicht hörst. Dann muß der Mensch, der Du innerlich bist, mit härteren Bandagen an Deine Oberfläche (Bewußtsein) kommen, damit Du Dir Hilfe holst, um zu untersuchen, warum Deine Seele sich schützt durch Nichtempfinen.
Hol Dir bitte Hilfe bei einem Therapeuten, sonst wird ärger! Heutzutage übernehmen die Kassen auch schon solche Kosten, wenn Du Geldprobleme diesbezüglich haben solltest. Du solltest Dir das aber selber auf jeden Fall wert sein.
LG
Lisi
Eine Abnormalität bei der Produktion des Hormons Somatotropin bzw. Growth Hormon (GH) ist laut einer Wissenschaftlergruppe der Medizinischen Schule der US-Universität Pittsburgh ein frühes Warnzeichen für Depression bei Kindern. Für die Studie wurden 119 Kinder getestet. Ungefähr die Hälfte der Kinder kam aus Familien mit Depressionserkrankungen bei nahen Angehörigen. Diese Kinder produzierten nach Einnahme von Somatoliberin bzw. Growth Hormon-Releasing Hormon (GHRH) signifikant weniger GH als die Kontrollgruppe, bestehend aus Kindern ohne Familiengeschichte von Depressionserkrankungen. Die Forscher interpretierten dieses Ergebnis als Signal für eine Störung in der Gehirnchemie.
Der jetzt veröffentlichten Studie war eine andere Untersuchung vorangegangen, in der Kinder und Jugendliche mit einer akuten Depressionsphase untersucht wurden. Bei diesen Patienten war erstmals die geringere Abgabe von GH nach Einnahme von GHRH festgestellt worden.
Auf Basis dieser Ergebnisse könnten Präventionsprogramme für aufgrund der Familiengeschichte gefährdete Kinder erarbeitet werden. Denkbar wäre zum Beispiel, daß Kinder mit depressiven Familienangehörigen und einem geringen GH-Niveau ein Spezialtraining in Streßverarbeitung bekommen.
Quelle für diesen Artikel:
www.psycport.com,14. September 2000
Liebe Petra,
ich habe Ihnen persönlich ein Mail geschrieben. Ganz allgemein gesagt zu Ihren Schilderungen: Verhaltensänderungen bei Kindern und Entwicklungsrückschritte wie Bettnässen sollten immer als Warnzeichen gewertet werden, daß das betreffende Kind unter seiner momentanen Lebenssituation leidet. Sofern man nicht selbst bzw. mithilfe von anderen Bezugspersonen wie Verwandte oder Lehrer herausfinden kann, wo das Problem liegt, sollte psychologische Beratung in Betracht gezogen werden.
Liebe Grüsse,
Christiane Turnheim
Gewalt wird mit der Absicht ausgeübt, jemanden zu verletzen. Es ist eines der Hauptthemen, mit dem sich Kinder und Jugendliche heutzutage auseinandersetzen müssen. Schulmassaker wie in Columbine, Colorado wo im April 1999 zwei Jugendliche 12 Mitschüler und einen Lehrer erschossen, sind nur traurige Höhepunkte einer besorgniserregenden ”Alltags-gewalt”: In Amerika wird jedes Jahr statistisch gesehen 1 von 12 Schülern in den High-Schools (9. bis 12. Klasse) mit einer Waffe bedroht oder verletzt. Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren haben das höchste Risiko im Vergleich zu anderen Altersgruppen in der Gesamtbevölkerung Opfer einer Gewalttat zu werden.
Im deutschsprachigem Raum ist die Situation bei weitem nicht so dramatisch, aber die Anzahl von gewalttätigen Übergriffen durch Jugendliche in der Kriminalstatistik steigt – wenn auch längst nicht in dem Ausmaß, wie es oft in den Medien dargestellt wird. Man sollte hier allerdings auch deutlich unterscheiden zwischen amtlich gewordener Jugendkriminalität und der allgemeinen Art und Weise, wie Konflikte zwischen Jugendlichen ausgetragen werden. Während die offiziellen Zahlen nicht auf extreme Steigerungen in der Jugendkriminalität hinweisen, wird nach Aussagen von Pädagogen und Sozialarbeitern das Klima unter Jugendlichen ”brutaler”. Es wird noch auf bereits am Boden liegende Kontrahenten eingetreten, die Messer sitzen lockerer … solche Aussagen sind nur Stimmungsberichte, nicht durch Zahlen untermauerte Fakten. Eine der wenigen Zahlen, die es zum Klima an den Schulen gibt: 1993 gaben bei einer Befragung in Berlin ein Viertel der Schüler an, zum Selbstschutz irgendeine Art von Waffe mit zur Schule zu nehmen. (Dettenborn, Pädagogik und Schulalltag, 48, 175-185)
Ursachen für das Entstehen von Gewaltbereitschaft in Jugendlichen
Es ist nicht möglich, einen einzigen Grund für die Zunahme der Gewaltbereitschaft zu nennen. Viele Faktoren spielen mit:
- In einer gewaltvollen Umgebung zu leben, d.h. Zeuge häuslicher Gewalt zwischen Eltern oder Geschwistern zu sein,
- selbst als kleines Kind Opfer von Gewalt oder sexuellem Mißbrauch geworden zu sein,
- Vernachlässigung,
- unkontrolliertenZugang zu gewalthältigen Fernsehprogrammen und Videospielen haben und diesen intensiv nutzen,
- Zugang zu Waffen haben,
- Bedürfnis nach Aufmerksamkeit,
- geringes Selbstbewußtsein,
- Gruppendruck durch Gleichaltrige (Ganggewalt)….
drastisch erhöht, wenn zwei der folgenden drei Faktoren zusammentreffen: der Jugendliche erlebt soziale Benachteiligung seiner Familie (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Ausländerfeindlichkeit), seine Zukunftschancen sind aufgrund niedriger Schulbildung eingeschränkt und/oder der Jugendliche hat in seiner Familie Erfahrungen mit Gewalt sammeln müssen (selbst geschlagen oder mißhandelt worden oder als Zeuge von Mißhandlungen).
Gewalt wird als ”einzige Lösung” in Konflikten gesehen
Wer solchen Faktoren immer wieder ausgesetzt ist, bei dem bildet sich mit der Zeit ein typisches Gedankenmuster heraus: Gewalt ist die beste Lösung eines Konfliktes, Gewalt ist legitim, Gewaltanwendung ist gerechtfertigt, das Opfer verdient es….. (Ron Slaby, habit of thought model, 1995). Sehr oft haben Menschen, die auf Konflikte mit Gewalt reagieren, Probleme, ihre Wutgefühle zu kontrollieren. Das kann daran liegen, daß sie selbst von anderen verletzt wurden – körperlich oder auch ”nur” psychisch. Einige verwechseln die Angst, die andere vor ihnen haben, mit Respekt. Sie glauben, durch Gewalt werden sie stärker geachtet. Das stimmt natürlich nicht. Im Gegenteil: Jemand, der zur Gewalt greifen muß, um sich durchzusetzen, verliert Respekt.
Wer bei einem Mitschüler oder bei seinem Kind folgende Anzeichen bzw. Veränderungen bemerkt, sollte aufmerksam werden:
- häufige Wutausbrüche
- immer wieder in Raufereien verwickelt werden
- Neigung zu Vandalismus
- deutliche Zunahme des Alkoholkonsums,/li>
- riskantes Verhalten, in Kauf nehmen von Verletzungen
- über geplante Gewalttaten reden (jemanden zusammenschlagen wollen etc)
- andere bedrohen
- Tierquälerei
- Waffen tragen
Treten folgende Verhaltensweisen über einen längeren Zeitraum auf, ist bereits ”Feuer am Dach”:
- seit Jahren immer wieder auftretende Probleme mit aggressivem Verhalten (agressives, gewaltbereites Verhalten läßt sich sogar oft bis in den Kindergarten zurückverfolgen)
- Alkoholmißbrauch
- Zugehörigkeit zu einer Jugendgang
- Zugang zu Waffen
- vernarrt sein in Waffen
- andere regelmäßig bedrohen
- deutliche Probleme, Ärger zu kontrollieren
- Rückzug von Freunden und gewohnten Aktivitäten
- sich zurückgewiesen und einsam fühlen
- selbst ein Opfer von ‘bullying’ (gezielten Schikanen von Mitschülern) gewesen zu sein
- Schwierigkeiten in der Schule, Lernschwierigkeiten
- häufig disziplinäre Probleme mit Eltern und Lehrer
- sich nicht respektiert fühlen
- Probleme, die Gefühle und Rechte anderer zu respektieren
Was Kinder und Jugendliche tun können, wenn Sie diese Warnzeichen bei einem Mitschüler entdecken:
Zunächst einmal: an die eigene Sicherheit denken. Nicht allein mit jemanden sein, der diese Warnzeichen zeigt.
Wenn es ohne Selbstgefährdung möglich ist, dann könnt ihr versuchen den betroffenen Mitschüler aus der ärgererregenden Situation herauszubringen. Erzählt jemandem, dem ihr vertraut, von eurer Besorgnis. Das kann ein Familienmitglied sein, ein Lehrer, der Schulpsychologe, ein Trainer, Pfarrer oder einfach ein Freund.
Wenn ihr fürchtet, selbst Opfer einer gewalttätigen Handlung zu werden, dann geht zu jemanden um Hilfe, der euch beschützen kann. Versucht nicht, das Problem ebenfalls durch Gewalt zu lösen oder sich vielleicht sogar noch zu bewaffnen.
Es wird immer wieder vorkommen, daß man über jemanden wütend ist. Ärger und Frustration rechtfertigen aber auf keinen Fall Gewalt. Ärger ist zwar ein starkes Gefühl, das man nicht immer im Griff hat, aber man kann lernen, besser damit umzugehen:
- Zunächst einmal: über Gefühle sollte man sprechen. Manchmal ist es schwer, die richtigen Worte zu finden, um zu beschreiben, was in einem vorgeht. Aber auch dabei kann ein guter Freund helfen und manchmal sieht man dann selbst klarer, warum man sich überhaupt geärgert hat.
- Man sollte immer versuchen, so ruhig wie möglich über seine Enttäuschung, seinen Zorn oder sein verletztes Gefühl zu sprechen.
- Es ist auch sehr wichtig, anderen Menschen zuzuhören, selbst wenn sie Kritik aussprechen. – Manchmal ist es wirklich von Vorteil, wenn man Dinge von einer anderen Seite betrachten kann.
- Lernen in Konfliktfällen nach alternativen Lösungen oder Kompromissen zu suchen
Was tun, wenn man Warnzeichen für gewalttätiges Verhalten bei sich selbst entdeckt?
Ganz wichtig: Hilfe für sich selbst suchen. Wer spürt, daß er seinen Ärger nicht gut kontrollieren kann und befürchtet, er könnte andere Menschen einmal verletzen, kann Hilfe bei Psychologen, Psychiater oder Therapeuten finden. Jugendliche, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können, sollten mit einem Erwachsenen ihres Vertrauens sprechen und diesen um Unterstützung bei der Suche nach professioneller Hilfe bitten.
Maßnahmen, die man selbst durchführen kann, um den Zorn besser zu beherrschen:
- Konzentration auf die Atmung und einige Male langsam und tief ein- und ausatmen
- Die Augenschließen und an angenehme Situationen denken, sich ablenken
- Zu sich selbst sagen: ‘Ruhig bleiben’ oder ‘Ich muß mich nicht selber beweisen’ oder ‘So wichtig ist das nicht’
- An die Konsequenzen von möglichen Reaktionen denken
- Versuchen, das Verhalten des anderen nicht als feindlich zu sehen. Andere, neutrale Erklärungen für dessen Verhalten suchen.
- Das Ziel sollte sein, das Problem zu lösen, nicht die andere Person zu besiegen
Quelle: Seminar ”Gewaltprävention in Amerika” von Dr. Ron Slaby, Harvard Universität, Cambridge und Broschüre “Warning Signs” der American Psychological Association